Info über klassisches Züchten

Durch die natürliche Fähigkeit, sich zu paaren und genetisches Material auszutauschen, ist Hefe klassischen Zuchtmethoden gegenüber so aufgeschlossen, wie sie bereits seit dem Beginn der Landwirtschaft vor etwa 10.000 Jahren an Pflanzen durchgeführt wurden. Bei der klassischen Züchtung liegen zwei Mitglieder einer Art (Pflanze, Hefe oder Tier) zugrunde - von denen jede mindestens eine wünschenswerte Eigenschaft aufweist - um eine Kreuzung zu schaffen, die beide Eigenschaften besitzt. Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass bei der klassischen Züchtung keine direkte Manipulation des genetischen Materials vorliegt. Daher werden klassisch gezüchtete Organismen als nicht-genetisch modifiziert klassifiziert (nicht-GMO). Stattdessen ist beim klassischen Züchten nur die Fähigkeit erforderlich, Eigenschaften von Interesse in den Organismen zu erkennen und diese erfolgreich zu kreuzen, wobei die besagten Eigenschaften hervorgehoben werden, und dann die Hybriden zu isolieren. Auf diese Weise wird der verbreitete Einsatz klassischer Züchtung verwendet, um viele Dinge im täglichen Leben zu erschaffen: moderne Landwirtschaft, domestizierte Pflanzen und Tiere, alle Katzen- und Hunderassen und viele der bestehenden, üblichen industriellen Hefestämme.

Renaissance Yeast verwendet klassische Zuchtmethoden, um die Schwefelwasserstoff (H2S)-vermeidenden Hefestämme zu züchten. Hierfür kreuzen wir eine einmalige H2S-vermeidende Elternhefe - die natürlich vom Lambrusco-Traubenmost in einer Winzerei in Emilia Romagna in Italien isoliert wurde - mit irgendwelchen Sorten industrieller Weinhefestämme. Nach der Identifizierung der H2S-vermeidenden Hybriden, kreuzen wir diese Hybrid-Nachwuchshefe mit dem industriellen Elternstamm (Rückkreuzung), wobei die H2S-vermeidende Eigenschaft erhalten bleibt. Nach einer Reihe von Rückkreuzungen ergibt dieses Verfahren einen endgültigen, nicht-GMO Hefestamm, der in seiner Funktionalität der Elternhefe gleicht, aber außerdem die Bildung von H2vermeidet. Mithilfe dieser Methode haben wir derzeit eine Familie markeneigener, H2S-vermeidender Stämme entwickelt, die sich ideal zur Verwendung in verschiedenen Weinen eignet.

Hefepaarung

In der Natur enthält Weinhefe (Saccharomyces cerevisiae) normalerweise zwei Chromosomensätze1 (auch diploide Sätze – 2n und ähnlich vieler anderer Organismen, einschließlich dem Menschen). Dies ist für die Hefe von Vorteil, da doppelte Kopien jedes Gens vor schädlichen Mutationen schützen und die Artenvielfalt erhöhen, um Umweltveränderungen besser zu bewältigen. Doch unter gewissen Bedingungen - z.B. limitierte Nährstoffe - kann sich Hefe meiotisch teilen (eine Art der Zellspaltung) und einen Zustand mit nur einem Chromosomensatz eingehen (haploide - n), was etwa dem menschlichen Keimzellen (Spermium und Eizellen) entspricht. Anlich den menschlichen Keimzellen können haploide Hefezellen verschiedenen Geschlechts sein – a oder α – und zur Paarung ist je eine Zelle jeden Geschlechts erforderlich, um eine neue, diploide Zelle zu formen, die das genetische Material beider Elternzellen kombiniert. Wie bei allen sich sexuell reproduzierenden Organismen bietet die Paarung eine natürliche Art für individuelle Zellen, um genetisches Material auszutauschen und hybriden Nachwuchs zu produzieren, der mehrere verschiedene Eigenschaften aufweist. Auf diese Weise wird die Artenvielfalt erhöht und überlebensfähigeren Nachtwuchs zu erzeugen, um ungünstige oder unterschiedliche Wachstumsbedingungen zu überstehen

Hinweis: Die H2S-vermeidenden Eigenschaften unserer hauseigenen Weinhefen (Patent angemelded) wurden von Dr. Linda Bisson und ihrem Forschungsteam in der Abteilung für Weinbau und Önologie der University of California, Davis entdeckt. Diese Forschung wurde von der American Vineyard Foundation finanziert und von der University of California patentiert und geschützt.